Ein Ehevertrag kann jederzeit vor oder während einer Ehe geschlossen werden. Ein Ehevertrag ist sinnvoll, um beispielsweise Regelungen zum Güterstand zu treffen (wie modifizierte Zugewinngemeinschaft, Gütertrennung oder Gütergemeinschaft), eventuell aber auch um erbrechtliche Regelungen aufzunehmen oder lediglich auch vorsorgliche Bestimmungen für den Fall des Scheiterns der Ehe anzusprechen.

Der Text zur modifizierten Zugewinngemeinschaft folgt in Kürze

Der allgemeine, vorsorgende Ehevertrag ist rein begrifflich von der sogenannten Trennungsfolgenvereinbarung bzw. dem Getrenntlebensvertrag und der Scheidungsfolgenvereinbarung abzugrenzen. Es handelt sich bei allen drei Varianten um Vertragsgestaltungen rund um die Ehe, die Abgrenzungen und Übergänge sind oftmals fließend und können in manchen Bereichen vom Inhalt her gleich oder sehr ähnlich sein.

Der sogenannten Trennungsfolgenvereinbarung und der Scheidungsfolgenvereinbarung liegt der gemeinsame Sachverhalt zugrunde, dass sich die Ehegatten bereits schon getrennt haben oder kurz davor stehen und mit Hilfe dieser vertraglichen Vereinbarungen alle Folgen und Fragen des Auseinandergehens endgültig klären und festlegen möchten. Im Vordergrund steht daher die Vermeidung einer späteren streitigen Auseinandersetzung vor Gericht und einer einvernehmlichen und schnellen Auflösung der Trennungs- bzw. Scheidungsfolgen selbst.

Sinnvoll kann es beispielsweise sein, innerhalb dieser Verträge Regelungen bezüglich des Versorgungsausgleiches zu treffen, oder auch ab dem Zeitpunkt der Trennung der Ehepartner Gütertrennung zu vereinbaren. Eine Scheidung muss sich dadurch einer erst einmal vorübergehenden Trennung nicht unbedingt anschließen, um eventuelle spätere Nachteile für die Ehepartner zu vermeiden.

Bei Eheverträgen besteht ein sogenannter Formzwang im Sinne einer notariellen Beurkundung immer dann, wenn güterrechtliche Regelungen oder Regelungen zum Versorgungsausgleich getroffen werden sollen. Seit dem 01.01.2008 sind dem Formzwang auch Vereinbarungen zum Ehegattenunterhalt unterworfen. Ehegattenunterhaltsregelungen, die vor der Rechtskraft einer Scheidung zwischen den Ehegatten getroffen werden, bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der notariellen Beurkundung.

Nicht dem Formzwang unterliegen private Vereinbarungen zur Regelung des Kindesunterhalts, zur Reglung des Hausrats oder zu Regelungen des Umgangsrechts.