Ehescheidung

Ein Antrag auf Ehescheidung setzt voraus, dass die Ehe zerrüttet ist, das heißt, die Lebensgemeinschaft der Ehegatten nicht mehr besteht und nicht erwartet werden kann, dass die Ehegatten sie wieder herstellen.
§ 1565 BGB

Die Zerrüttung der Ehe wird unwiderlegbar vermutet, wenn die Ehegatten mindestens ein Jahr voneinander getrennt leben und beide die Ehescheidung beantragen oder ihr zustimmen oder die Ehegatten drei Jahre lang getrennt leben.
§ 1566 BGB

Getrennt leben bedeutet, dass zwischen den Ehepartnern keine häusliche Gemeinschaft besteht. Nach gesetzlicher Definition kann die Trennung jedoch auch innerhalb der Ehewohnung erfolgen, welches voraussetzt, dass die Ehegatten keine gegenseitigen Versorgungsleistungen mehr füreinander erbringen.
§ 1567 BGB

Ein Versöhnungsversuch unterbricht die gesetzlich vorgeschriebenen Trennungsfristen in der Regel nicht. Nach der Rechtsprechung wird ein Versöhnungsversuch von einer Dauer von weniger als drei Monaten regelmäßig als unschädlich angesehen.

Nur ausnahmsweise kann eine Ehescheidung trotz Zerrüttung der Ehe verweigert werden, wenn und solange die Aufrechterhaltung der Ehe im Interesse der gemeinsamen minderjährigen Kinder aus besonderen Gründen ausnahmsweise notwendig ist oder wenn und solange die Ehescheidung für den scheidungsunwilligen Ehepartner wegen außergewöhnlicher Umstände eine so schwere Härte bedeuten würde, dass die Aufrechterhaltung der Ehe auch unter Berücksichtigung der Belange des scheidungswilligen Ehepartner ausnahmsweise geboten erscheint. In der Regel werden hier nur Fälle erfasst, in denen ein Ehegatte beispielsweise unter einer akuten und schweren Erkrankung leidet und die Ehescheidung unter Abwägung der beiderseitigen Interessen eine schwere Härte für den scheidungsunwilligen Ehepartner darstellen würde. Der scheidungsunwillige Ehepartner muss sich jedoch auf die Gründe berufen und sie innerhalb des Ehescheidungsverfahrens vortragen.
§ 1568 BGB

Im Rahmen des Ehescheidungsverfahrens wir regelmäßig der sogenannte Versorgungsausgleich von Amts wegen durchgeführt. Ist der Versorgungsausgleich durchzuführen, wird der Scheidungstermin festgesetzt, sobald alle Auskünfte der Rentenversicherungsträger vorliegen.

Für den Antrag auf Ehescheidung benötigt der Rechtsanwalt mindestens folgende Unterlagen und Informationen:

  • Heiratsurkunde
  • gegebenenfalls Ehevertrag
  • teilweise Geburtsurkunden gemeinsamer minderjähriger Kinder.

Der Ehescheidungsantrag muss durch einen Rechtsanwalt beim zuständigen Familiengericht gestellt werden. Bei einer einvernehmlichen Scheidung reicht es daher aus, wenn lediglich ein Ehepartner anwaltlich vertreten ist und der andere Ehegatte der Scheidung zustimmt. Hierdurch ist es den Ehegatten möglich, die Kosten für eine Ehescheidung gering zu halten.